Der 9. November – Ein persönlicher Rückblick

Der 9. November – Ein persönlicher Rückblick

Wir waren in den 80er-Jahren die einzigen, die an eine Wiedervereinigung glaubten und dafür müde belächelt wurden, und natürlich sah es nicht danach aus. Wir glaubten daran, weil wir wussten, dass es richtig ist.

Als nun die Demonstrationen in Sachsen begannen, sogen wir das gierig auf. Von der Politik und den Qualitätsmedien ungläubig beobachtet. Noch heute erinnere ich mich an den besonderen Moment, als der Außenminister den Deutschen aus der DDR vom Balkon der Prager Botschaft, aus der BRD, zurief, dass sie ausreisen durften. Sodann wurde am 9. November die Mauer geöffnet. Auch das werde ich wohl nie vergessen!

Was ich aber genauso wenig vergessen werde ist, wie daraufhin speziell von SPD-Politikern und den Medien gegen eine Wiedervereinigung gewettert wurde, mit allen Mitteln versuchte man sie schlecht zu machen. Dass unsere „Freunde“ in Israel, England und Frankreich noch versuchten, die Teil-Wiedervereinigung zu verhindern – geschenkt, ich hatte nie etwas anderes von ihnen erwartet!

Die Amis waren dafür, aber nicht wegen der Gerechtigkeit oder aus Respekt vor unserem Volk, sondern weil sie die Möglichkeit sahen, den Warschauer Pakt zu zerschlagen und die Sowjetunion zu destabilisieren. Was auch eintrat. Gleichzeitig zog man die Fesseln, die die BRD an die EU und NATO banden, noch ein Stückchen enger und überarbeite noch schnell die Knebelverträge, die die Deutschen nach 1945 unterzeichnen mussten, zum Zwei-Plus-Vier-Vertrag, und zwang der BRD die Abgabe der D-Mark zum Tausch des Euros auf.

Aber für uns bedeutet das auch, dass wir zum ersten Mal recht hatten! Wir hatten immer für die Wiedervereinigung geworben und jetzt war sie da! Zumindest im realistisch Möglichen.

Was ich auch nie vergessen werde ist, als ich im Dezember 1989 an der Mauer stand und sah, wie selbst Menschen im Anzug mit dem Hammer vom Westen aus gegen die Mauer schlugen und kleine Stücke herausbrachen. Als wir nun in den „Osten“ fuhren, erlebten wir Menschen, die aufgeschlossen und offen waren. Wir erlebten, was „Volksgemeinschaft“ bedeutet. Das offene Zugehen auf den anderen, was wir aus dem realen Kapitalismus nur aus unseren Kameradschaften kannten. Aber die Rache des Systems kam bald, nachdem man ihnen einen Helmut Kohl aufgebunden hatte, dann wurden aus „blühenden Landschaften“ eine Abbruchhalde. Die Wirtschaft wurde systematisch zerstört. Die Menschen, die noch Arbeit hatten, wurden in frühkapitalistische Arbeitsverhältnisse gepresst. Über’s Land zogen Heerscharen von Versicherungsbetrügern, die ihnen unsinnige Versicherungen aufschwatzten und überteuerte Autos verkauften.

Nach 30 Jahren Wiedervereinigung gibt es immer noch ein gewolltes Lohngefälle zwischen Alt-BRD und Neu-BRD. Dass Menschen aufstehen und ein unrechtes System einfach abschütteln, nein, das verstehen sie nicht und wollen es auch nicht. Sie reden von Demokratie, aber meinen nur die Herrschaft ihrer Seilschaften in Politik, Gewerkschaften, Kirchen und Medien. Sie wollen bestimmen, was wir sprechen, essen und denken dürfen. Und das nennen sie dann „Demokratie“.

Aber vielleicht, wenn das Unrecht und die Ungerechtigkeit und die Unterdrückung zu groß werden, vielleicht erhebt sich dann wieder das Volk!

Quelle: DIE RECHTE – Kreisverband Ostwestfalen

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