HOGESA-Demonstration in Köln

Am Sonntag demonstrierten in Köln am Rhein mehrere tausend Menschen gegen Salafismus, sprich radikalen Islamismus. Die in den Medien genannten Teilnehmerzahlen schwanken zwischen 2.000 und 4.500 oder 5.000; nach Augenzeugenberichten dürfte die letztere Zahl realistischer sein als die erste. Offizielle Quellen sprechen von etwa 4.000, und NRWs Verfassungsschutzpräsident Burkhard Freier weist den Vorwurf zurück, die Polizei sei auf den Andrang von rund 4.000 Demonstranten nicht vorbereitet gewesen: Man habe mit dieser hohen Zahl gerechnet.

Die noch junge Bewegung HOGESA (ausgeschrieben: Hooligans gegen Salafismus) hat sich damit eindrucksvoll etabliert.

Natürlich durften Krawalle nicht fehlen. Das war vorprogammiert. Nicht zwingend durch die Teilnahme von Hooligans – die können sich nämlich sehr zivilisiert benehmen, wenn sie wollen. Sondern entweder durch andere oder aber durch Provokation der Demonstranten. Eine linke Gegendemo reichte diesmal dazu nicht. Auf Aufruf von DGB, Kirchen und dem Stadtverband der Partei DIE LINKE erschienen gerade mal etwa 500 Leute auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs; bei weitem nicht genug, um mit angeblicher „Zivilcourage“ oder „bürgerlichem Ungehorsam“ eine solche Demonstration von 4.000 entschlossenen Menschen zu blockieren. Augenzeugen berichten hingegen von polizeilichen Eingriffen, die weit jenseits der Schwelle der Verhältnismäßigkeit lagen. War halt politisch gewollt.


Bezeichnend ist, daß die Zahl der angeblich oder tatsächlich verletzten Polizisten nahezu stündlich stieg: Währen der „vorläufige Abschlußbericht“ der Polizei kurz nach 22.00 Uhr am Sonntag noch von 17 verletzten Polizistinnen und Polizisten sprach, nennt der gleiche Bericht nun 44. Ob man da Leute, die sich an einer Kante gestoßen haben oder sich beim Laufen den Knöchel verrenkt hat, veranlaßt hat, sich mal rasch krank zu melden, um die Zahlen in die Höhe zu treiben? Der rot-grün durchsetzten Polizei des Jäger-Landes NRW wäre so was durchaus zuzutrauen!

Folglich jammert der nämliche NRW-Innenminister auch herum, daß das grundgesetzlich verbriefte Versammlungsrecht leider ein Verbot solcher Veranstaltungen kaum erlaube, und wie üblich bei einer in Bedrängnis geratenen Polit-Kaste schreit er nach schärferen Gesetzen.

Indes kann man den Kommentarspalten der Internet-Ausgabe auch von etablierten Medien entnehmen, daß eine Vielzahl von Bürgern sich von dieser Prograpanda nicht beeinflussen läßt. So manche weisen darauf hin, daß man auch in der Endzeit der DDR die nach Freiheit und vor allem Reisefreiheit rufenden Demonstranten in den damaligen Staatsmedien gern als „Rowdies“, „Randalierer“ oder „Hooligans“ bezeichnet hat. Bis sich dann wenige Wochen später das Blatt völlig wandte…. Eine Erfahrung, die in Kreisen der bundesdeutschen Politik-Kaste nach einem Vierteljahrhundert vielleicht nicht mehr so richtig im Gedächtnis ist…

Ein weiteres Anwachsen dieser neuen Bewegung und ein Übergreifen auch in die Kreise normaler Bürger bleibt abzuwarten. Zwar ist eine solche Entwicklung nicht zwingend, aber es gibt durchaus Aspekte, die in diese Richtung deuten.

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