Mitten in Dortmund, der drittgrößten Stadt Nordrhein-Westfalens, erfriert ein Obdachloser. Stadtgesellschaft und Medien verschweigen den Vorfall, die Polizei bestätigte den Tod offenbar gegenüber Bekannten des Verstorbenen, sah aber ebenfalls keine Notwendigkeit, sich öffentlich zu äußern. Während die selbsternannte Zivilgesellschaft auf Kosten des Steuerzahlers Willkommensprojekte für Asylanten startet, wird der Blick von den Schwächsten unserer Gesellschaft, den Menschen, die auf der Straße leben müssen, weil sie mitunter alles verloren haben, abgewandt. Besonders dramatisch: An mehreren Stellen in Dortmund stehen Asylunterkünfte derzeit leer, u.a. in Lindenhorst, wo eine Zeltunterkunft nicht genutzt wird, da die vorgesehenen Bewohner mittlerweile in Wohnungen über das gesamte Stadtgebiet verteilt wurden – statt diese Unterkunft dennoch zu öffnen und für Obdachlose eine kostenlose Schlafstelle anzubieten, vermodern die eingekauften Traglufthallen ungenutzt.

Wenig Details über Tod von Theo bekannt – Kritik an Obdachlosenunterkunft

Über das genaue Todesdatum und den Ort, wo der Obdachlose, genannt Theo, erfroren ist, herrscht noch Unklarheit. Bei dem Mann handelt es sich um ein „bekanntes Gesicht“, er saß regelmäßig auf der Bank vor dem Dortmunder U (an der Rheinischen Straße), ehe ihn in den vergangenen Tagen die Kälte einholte.

Während die Öffentlichkeit über die „offiziellen“ Medienkanäle nichts von dem Vorfall erfährt, führte der Tod von Theo zu einer großen Debatte in Sozialen Medien. Helfer, die sich ehrenamtlich für Obdachlose engagieren, beklagten, daß die bekannteste Obdachlosenunterkunft an der Rheinischen Straße nicht nur einen Übernachtungspreis von 8 Euro pro Person veranschlagt, wodurch ein einkommensloser Menschen vor Schwierigkeiten gestellt wird, diesen Betrag täglich aufzutreiben, sondern auch lediglich 20 Schlafplätze unterhalten soll. Hinzu kommen katastrophale Bedingungen, die in der Unterkunft herrschen sollen, Diebstähle und körperliche Auseinandersetzungen sollen ebenso an der Tagesordnung sein, wie ein harter Konkurrenzkampf untereinander.

Hier wäre es Aufgabe der Stadt, durch eine kostenlose Unterkunft, die zudem Möglichkeiten bietet, die wenigen Habseligkeiten der Obdachlosen in Schließfächer zu verstauen, Abhilfe zu schaffen. Tatsächlich findet sich jedoch in den Planungen der etablierten Politiker kein Vorschlag, der in diese Richtung geht. Vielmehr wird die „offizielle“ Einrichtung „Gasthaus“ an der Rheinischen Straße zwar durch Steuergelder unterstützt, andere Projekte jedoch außen vor gelassen und vor allem keine weiteren Einrichtungen angestoßen, sodaß die jährlichen Gelder für das favorisierte „Gasthaus“ wohl eher eine Alibi-Funktion haben dürften. Ganz nach dem Motto „Niemand soll sagen, daß die Stadt Dortmund nichts gegen Obdachlosigkeit tun dürfte“. Für die tatsächlich Betroffenen ist diese angebliche Hilfe jedoch ein Schlag ins Gesicht, denn sie haben keinen Nutzen und stehen vor Problemen, die mitunter tödlich enden, wie das traurige Schicksal von Theo, der für viele andere, die vor ihm starben und wohl nach ihm ebenfalls noch den (Kälte-)Tod finden werden, zeigt.

Quelle: DortmundEcho

Bild: Anna-Lena Ramm  / pixelio.de (Symbolbild)

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