Nein, dieses Verhalten hat wahrlich keinen Vorbildcharakter, im Gegenteil: Am Freitag (25. November 2016) mußte sich der Grünen-Politiker Kaan Eker, Abgeordneter in der Bezirksvertretung Dortmund-Huckarde, vor dem Amtsgericht verantworten. Er soll am 30. Juni 2016 an der Münsterstraße im Dortmunder Norden zunächst als „Wildpinkler“ in ein Gebüsch uriniert haben und sich anschließend, als Mitarbeiter des Ordnungsamtes seine Personalien feststellen wollten, nicht nur geweigert haben, einen Ausweis vorzuzeigen, sondern die Mitarbeiter auch noch in aggressiver Art angegangen und u.a. als „Hilfs-Sheriffs“ beleidigt haben, gaben die Betroffenen vor Gericht an. Eker selbst will dagegen nur eine tote Taube ins Gebüsch gelegt haben und sieht sich als unschuldig verfolgt – eine 23-jährige Ordnungsamtsmitarbeiterin war sich jedoch vor Gericht sicher, das Urinieren beobachtet zu haben, wie die „Ruhr Nachrichten“ berichten. Eker, nicht nur Grünen-Politiker, sondern auch Migrant, vermutet dagegen ein „unterschwellig rassistisches“ Verhalten, welches ihm gegenüber von den Ordnungsamt-Mitarbeitern gezeigt worden sei – offenbar eine Ausrede, die der zuständige Amtsrichter nicht glauben wollte. Er schenkte den Aussagen der städtischen Mitarbeiter Vertrauen und verurteilte Eker zu einem Strafgeld von 75 Euro sowie den anfallenden Gerichtskosten. Doch damit nicht genug: „Der Amtsrichter bewertete das Auftreten des Kommunalpolitikers als ‚wahnsinnigen Affenzirkus‘. Er sei erschüttert über das Verhalten eines Politikers, der doch eigentlich ein Vorbild sein müsse.“, zitiert der „Westdeutsche Rundfunk (WDR)“ den Grünen-Politiker.

Verhalten ein Schlag ins Gesicht für städtische Mitarbeiter

Auch wenn Kaan Eker ankündigte, gegen die Verurteilung Rechtsmittel einlegen zu wollen, muß sich der Huckarder Bezirksvertreter den Vorwurf gefallen lassen, ob er als Mitglied eines parlamentarischen Gremiums der Stadt Dortmund noch tragbar ist: Gerade die Mitarbeiter des Ordnungsamtes verrichten in der Nordstadt eine schwere Arbeit und jede geahndete Ordnungswidrigkeit ist begrüßenswert – daß ausgerechnet ein Politiker diesen Menschen aggressiv und beleidigend gegenübertritt, ist ein Schlag ins Gesicht und zeigt eine bedenkliche Haltung. Statt sich für sein mutmaßliches Fehlverhalten zu entschuldigen, wird versucht, den Sündenbock ausgerechnet den Mitarbeitern des Ordnungsamtes zuzuschieben, wobei nicht einmal vor billigsten Unterstellungen mit der Rassismus-Keule zurückgeschreckt wird. Ein wahrhaft unwürdiges Verhalten für einen Politiker, der zum Wohl der Stadt gerade den städtischen Mitarbeitern verpflichtet wäre. Übrigens: Bei einer Resolution der Bezirksvertretung Huckarde, die eine Aufstockung der städtischen Ordnungspartnerschaften zwischen Polizei und Ordnungsamtsmitarbeitern begrüßte, enthielt sich seinerzeit die Grünen-Fraktion. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt!

Quelle: DortmundEcho

Bild: Thommy Weiss / pixelio.de

Leave a Reply

Your email address will not be published.