Unklarheiten um Ramadan-Fest 2020 führen zu großer Aufregung und Spekulationen

Zahlreiche kritische Nachrichtenseiten empören sich seit dem Wochenende, dass über die Osterfeiertage massive Einschränkungen gelten, die von der Regierung mit der Corona-Krise begründet werden, eine Woche später jedoch ein Ramadan-Fest mit 50.000 Teilnehmern in der Westfalenhalle beginnen würde. Tatsächlich hat die Stadt Dortmund vor einigen Wochen grünes Licht gegeben, das „Festi Ramazan“ dieses Jahr nicht mehr auf einem Parkplatz rund um die Hallen, sondern in der Westfalenhalle selber durchzuführen, allerdings in kleinerer Form. Rund um den 4. März 2020 berichteten verschiedene Medien, u.a. der „Westdeutsche Rundfunk (WDR)“, Anlass der Berichterstattung dürfte eine entsprechende Vorlage gewesen sein, die den in den politischen Gremien zur Kenntnis gesandt wurde. Diese Planungen datieren aber aus einem Zeitpunkt, der vor den massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelegen hat, die seit dem 14. März 2020 schrittweise eingeführt wurden – an diesem Tag fiel das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 aus und gab einen Vorgeschmack auf die folgenden Wochen. Mittlerweile gelten Verordnungen, die insbesondere die Durchführung von Veranstaltungen und jeglichen Zusammenkünften untersagen, eine Ausnahme gilt auch bei religiösen Veranstaltungen nicht, ganz abgesehen davon, ob sich das „Festi Ramazan“ auf diese Einschätzung berufen kann, denn in den letzten Jahren gab es auch von Muslimen Kritik an der Veranstaltung, die durch und durch kommerzialisiert sei. Es ist derzeit nicht unwahrscheinlich, dass die Beschränkungen, insbesondere das Verbot zur Durchführung von Veranstaltungen, über den 19. April 2020 hinaus verlängert werden – dann dürfte es auch keine Möglichkeit geben, ein Ramadan-Fest durchzuführen, zumal das Infektionsrisiko bei einer Veranstaltung im Inneren der Westfalenhalle wohl noch höher liegen dürfte. Wenn sich die Dortmunder Stadtführung, die in den letzten Jahren keine Mühe gescheut hat, das Fest (gegen die Interessen der meisten Dortmunder) durchzusetzen, dennoch einen Trick einfallen lässt, um dem Ramadan-Fest eine Erlaubnis zu erteilen, würde dem letzten Dortmunder klar, dass die Beschränkungen offenbar nur für manche Bewohner dieses Landes gelten. Dann müsste es klare Proteste gegen diese Dreistigkeit geben. Bisher ist das aber alles nur eine Spekulation und es erscheint unwahrscheinlich, dass die Stadt Dortmund mitten in der Corona-Krise in einer solchen Art politisieren will, die ihnen auch vor der Kommunalwahl (wann auch immer diese stattfindet, derzeit gibt es offenbar konkrete Bestrebungen, den Wahltermin vom 13. September zu verschieben) umgangssprachlich „um die Ohren“ fliegen dürfte. Aber in Dortmund ist alles möglich, deshalb lässt es sich auch nicht ausschließen. Nur: Aktuell steht weder definitiv fest, dass das „Festi Ramazan“ stattfinden wird, noch wurde es endgültig durch die Stadtverwaltung erlaubt. In wenigen Tagen dürfte aber mehr bekannt sein.

Ergänzung Montag (6. April), 18.00 Uhr:
Mittlerweile hat die Stadt Dortmund bestätigt, dass die Veranstaltung in den Westfalenhallen nicht stattfinden wird. Damit gibt es 2020 kein “Festi Ramazan”!

Quelle: „DortmundEcho“ / DIE RECHTE – Kreisverband Dortmund

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