Es ist eine Randnotiz in einem Interview der „Ruhr Nachrichten“ mit Detlef Rath, dem Leiter der Polizeiwache an der Münsterstraße, zuständig für die berüchtigten Straßenzüge der Nordstadt: 304 Personen seien in der ersten Jahreshälfte 2016 mindestens (!) vier bis fünf Mal polizeilich aufgefallen und jener Szene von Drogendealern sowie Straßenräubern zuzurechnen, die rund um die Münsterstraße, den Nordmarkt und am Borsigplatz für Angsträume sorgt. Zu einem großen Teil seien diese Täter nicht in Dortmund gemeldet: Ein Beleg, daß vor allem nordafrikanische Asylbewerber, die in Heimen außerhalb der Westfalenmetropole stationiert sind, unter diese Problemgruppe fallen – daß es sich bei diesen Personen um Einwanderer handelt, verdeutlicht zudem die Aussage des Polizeichefs, nach der sich viele der in Erscheinung tretenden Personen bereits aus ihren Heimatländern in Nordafrika kennen würden. Offenbar haben sie in der Dortmunder Nordstat mittlerweile einen Rückzugsraum gefunden, in dem sie herzlich aufgenommen werden.

Trotz dutzenden Verfahren droht keine Untersuchungshaft

Insgesamt versuchen die „Ruhr Nachrichten“ und Detlef Rath, polizeiliche Erfolge im Kampf gegen die Straßenkriminalität in der Nordstadt aufzuzeigen – diese mögen zwar punktuell tatsächlich zu verzeichnen sein, die Schwerpunkte der kriminellen Szene verlagern sich jedoch meistens lediglich um einige Meter. Wird eine Drogenwohnung ausgehoben, mieten die Hintermänner die nächste an; wird ein Drogenbunker erkannt, ist der nächste Ort, vielleicht ein Mülleimer, vielleicht ein unübersichtlicher Hauseingang oder Hinterhof, nicht weit. Wie hilflos die Polizei diesem Treiben gegenübersteht, macht Rath deutlich: „Wir haben es auch mit Straftätern zu tun, die uns teils aus 40 bis 80 Verfahren bekannt sind. Da versuchen wir mit großem Aufwand, drei Monate dauernde Bereichbetretungsverbote durchzusetzen“, heißt es im Gespräch mit den „Ruhr Nachrichten“. Statt Straftäter, die in dutzenden Fällen auffallen, wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft zu nehmen oder auch Haftbefehle wegen Fluchtgefahr anzustreben, wird versucht, auf verwaltungsrechtlichem Wege ein Bereichsbetretungsverbot durchzusetzen, bei dem im Falle einer Zuwiderhandlung (die ohnehin kaum kontrolliert werden kann) ein Bußgeld sowie die kurzzeitige Unterbringung in Polizeigewahrsam drohen. Kein Wunder, daß solche Drohungen keine abschreckende Wirkung entfachen – wer sich nach 80 Strafanzeigen weiter auf freiem Fuß befindet, verlacht den deutschen Rechtsstaat!

Quelle: DortmundEcho

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Leave a Reply

Your email address will not be published.