Hunderte fanatischer Gutmenschen strömten im Spätsommer 2015 an die Bahnhöfe der Republik, um Sonderzüge voller Asylbewerber zu begrüßen – mitgebracht hatten sie fast immer Kuscheltiere und andere Spielzeuge, mit denen sie kleinen Asylantenkindern eine Freude machen und ihr eigenes Gewissen beruhigen wollten. Während der klassische Gutmensch nämlich schweigt, wenn seine Regierung fremde Staaten in die Steinzeit zurückbombt und damit Fluchtursachen in verschiedenen Regionen begünstigt, will der klassische Gutmensch selbst einen Teil zur Willkommenskultur beitragen und versucht deshalb, aufzutreiben, was nur möglich ist. Möglich wäre aber auch, dauerhaft zu helfen, es wäre sogar begrüßenswert und noch begrüßenswerter wäre es, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und Kindern, egal welcher Herkunft, zur Seite zu stehen.

Leider sieht die Realität anders aus: Jedes vierte Kind muss im Ruhrgebiet in Armut leben, die Politik verschließt die Augen mit bezeichnender Konsequenz vor der Situation und beschränkt sich, wenn überhaupt, auf gelegentliche Symbolaktionen. Hinter dem traurigen Wert von 25 % aller Kinder, denen das nötige Geld für ein – relativ – sorgenfreies Leben fehlt, stecken zahllose Familienschicksale, welche die Kehrseite des „trendigen“ Dortmunds bieten. Eine Stadt, die zwei Gesichter hat, wobei das nördliche Gesicht in der Öffentlichkeit verschwiegen wird.

Kinderschutzbund bittet um Kuscheltierspenden

Um einen kleinen Beitrag gegen die Verarmung ganzer Gesellschaftsschichten zu leisten, bietet der Kinderschutzbund Spielzeug, vor allem Kuscheltiere, gegen einen geringen Obolus an – um jedoch ausreichende Vorräte zu haben, ist die gemeinnützige Organisation, die in der Vergangenheit in das Visier linksextremer Familienfeinde geriet, jedoch auf Spenden angewiesen. Wer einen wirklichen Beitrag für eine gerechtere Gesellschaft leisten möchte, kann von Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr das Büro des Kinderschutzbundes an der Lambachstraße (östlich der Fußgängerzone Münsterstraße) aufsuchen, um Spielzeug und Kuscheltiere zu spenden, wie der Lokalsender „Radio 91.2“ in einem Aufruf bekannt gibt. Es würde jedoch verwundern, wenn auch nur ein einziger derjenigen, die einst an den Bahnsteigen standen und auch den Tätern von Köln, die sich zu einem nicht unerheblichen Teil unter den Einwanderern jener Zeit befanden, zujubelten, plötzlich seine soziale Ader wiederentdecken würde – zur gutmenschlichen Gewissensberuhigung sind in erster Linie schließlich ausländische Kinder geeignet.

Quelle: DortmundEcho

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