Breiter Widerstand aus der Huckarder Bevölkerung verhinderte die Errichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung im Bereich der nördlichen Kokerei Hansa, das politische Risiko schien den verantwortlichen von SPD und CDU unkalkulierbar (das „DortmundEcho“ berichtete). Jetzt setzt ein Domino-Effekt dieses Musterbeispiels von Bürgerwiderstand ein: Am 30. Juni 2017 soll die Erstaufnahmestelle am Westfalenpark schließen, in der momentan etwa 1000 Personen untergebracht sind, in Hacheney (aktuell 350 Asylbewerber) soll sogar schon im September 2016 Schluß sein. Auch die „Zentrale Ausländerbehörde (ZAB)“ steht nach den geplanten Schließungen in Dortmund vor dem Aus. Nachdem die Erstaufnahmestelle in Huckarde verhindert wurde, sah sich das Land NRW zum Rückzug genötigt, in ganz Dortmund konnte keine Fläche aufgetrieben werden, auf der sich die geplante Asylunterkunft in der angepeilten Dimension realisieren ließe. Getrübt werden diese positiven Nachrichten jedoch durch einen Umstand: Statt neuankommenden Asylanten soll Dortmund zukünftig die gleiche Anzahl an Asylbewerbern in herkömmlichen Asylunterkünften ausgleichsweise aufnehmen – eine deutlich vierstellige Zahl, die nicht nur den Haushalt belastet, sondern wohl auch zum Bau weiterer Asylwohneinrichtungen führen dürfte, von denen es mittlerweile etwa 35 Stück im Stadtgebiet gibt.

Standort Hacheney weiter von Asylanten bewohnt

Wenig Grund zur Freude haben vor allem die Anwohner der Glückaufsegenstraße in Hacheney: Zwar enden die Zeiten des morgendlichen Schleuserverkehrs, der Asylbewerber bis vor die Pforte der Unterkunft lieferte. Zukünftig wird das Gebäude der ehemaligen Gehörlosenschule aber weiter als dauerhafte Unterbringungseinrichtung genutzt, in der Asylbewerber für Monate oder Jahre in herkömmlicher Art leben, statt wie bisher als Abwicklungseinrichtung für Neuankömmlinge. Insgesamt dürfte die anstehende Nutzung ruhiger ausfallen als in der Vergangenheit, die Errichtung einer festen Unterkunft für mehrere hundert Menschen in einem Wohngebiet ist aber weiterhin ein nicht hinnehmbarer Zustand, über den auch die Ankündigung der Dortmunder Stadtspitze, ab dem Jahr 2020 herkömmlichen Wohnungsbau an der Glückaufsegenstraße anzupeilen, nicht hinwegtäuschen sollte.

Widerstand zahlt sich aus!

Wenn die etablierten Parteien in den kommenden Monaten und Jahren neue Asylheimstandorte ins Spiel bringen, gilt es, auch dort Widerstand zu organisieren: Welche Erfolge die deutliche Artikulation von Bürgern, im Zusammenspiel mit nationalen Oppositionsparteien, haben kann, verdeutlicht Huckarde als positives Beispiel für die Zukunft. Denn letztendlich dürfte sich die Situation in unserer Stadt auch mit der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtungen kaum verbessern, nach wie vor hält die ungebrochene Einwanderung an und die etablierten Politiker verharren weiterhin wahlweise in Lethargie oder jubelartigem Beklatschen des Bevölkerungsaustauschs.

Quelle: DortmundEcho

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