Wenn von der „Lügenpresse“ gesprochen wird, empören sich etablierte Politiker und nicht selten wird behauptet, das Konstrukt einer gleichgeschalteten Presse sei schlichtweg eine Verschwörungstheorie. Auch, wenn sicherlich nicht alle Journalisten bewußt lügen oder in ihrer Berichterstattung anderen Dingen verpflichtet sind als der Wahrheit, gibt es jedoch durchaus bedenkliche Entwicklungen unter denjenigen, die an den Schalthebeln der Medien sitzen. Auf lokaler Ebene läßt sich in Dortmund seit längerem beobachten, daß kontroverse Meinungen in den verschiedenen Lokalmedien kaum wiedergegeben werden, vielmehr sämtliche Presseorgane entweder geschlossen einseitig berichten oder Themen, die unbequem sind, kollektiv verschweigen. Wie dieser Apparat funktioniert, zeigt ein sogenanntes „Vernetzungstreffen“, welches – auf Initiative des Portals nordstadtblogger.de – am Montag (17. Oktober 2016) im „Salon Fink“ am Nordmarkt stattfinden soll.

Monatlicher Stammtisch der Systemjournalisten

Jeden dritten Montag im Monat laden die „Nordstadtblogger“, die mittlerweile maßgeblich durch den ehemaligen WR-Journalisten Alexander Völkel, der über beste Kontakte zu staatlichen Behördenkreisen verfügt, sowie den umstrittenen Marcus Arndt getragen werden, zum sogenannten „Media.Break“, nach Eigendefinition ein „stammtisch für menschen, die „irgendwas mit medien“ machen – also autorInnen, journalistInnen, bloggerInnen, fotografInnen, social-media-aktivistInnen, radio- und tv-macherInnen“. Die Reichweite derjenigen, die dort gemeinsam „austausch, klönen und netzwerken“ betreiben wollen, ist durchaus aussagekräftig: Sie reicht von linken Hobbyjournalisten, die antifaschistische Positionen zumeist über Twitter salonfähig machen wollen, bis hin zu Vertretern großer Fernsehsender und Tageszeitungen – alle eint, als „Haus- und Hofberichterstatter“ des herrschenden Apparats verschrien zu sein.

Teilnehmerfeld vom linken Jugendblog bis zu den „Ruhr Nachrichten“

Unter den Gästen, die ihr Kommen bisher angekündigt haben, finden sich neben den Nordstadtblogger-Betreibern Arndt und Völkel sowie der Pächterin des „Salon Finks“, der im übrigen zum Jahresende schließen wird, Dietmar Stahlschmidt, nicht nur Quartiersmanager in der Nordstadt mit vielfältigen Kontakten, sondern auch als freier Journalist u.a. für die „Ruhr Nachrichten“ tätig. Sein Kommen angekündigt hat außerdem Tomasz Niemiec, der das sogenannte „Jugendmagazin Tomekian“ betreibt, das sich die (einseitige) Berichterstattung über rechte Versammlungen in Dortmund als einen Schwerpunkt gesetzt hat. Wie einseitig die Berichterstattung von „Tomekian“ aufgefaßt wird, unterstrich die nodrhein-westfälische AfD, die Niemiec bei ihrem Landesparteitag vor die Tür setzte, weil ihm vorgeworfen wurde, Teilnehmer in persönlichkeitsrechtsverletzender Weise abzufilmen.

Interessentenfeld reicht von SPD über BVB bis zu den Ruhrbaronen

Neben den angekündigten Teilnehmern haben bisher insgesamt 18 Personen ihr Kommen angekündigt, die aus vermeintlich verschiedenen Teilen der politischen und gesellschaftlichen Landschaft statmmen, tatsächlich jedoch symbolisch für die gutmenschliche, mediale Einheitsfront stehen. Das Feld reicht hierbei vom Evinger SPD-Bezirksbürgermeister Oliver Stens über BVB-Fansprecher Jan-Henrik Gruszecki bis zu Stefan Laurin, Macher des linken Internetportals „Ruhrbarone.de“ und zudem Stammautor bei der „Jüdischen Allgemeinen“ sowie der bekennend antideutschen „Jungle World“. Ebenfalls Interesse bekundet haben Thomas Schweres, freiberuflicher Mitarbeiter beim Fernsehsender RTL, sowie Nicole Winterkötter, verantwortlich für den Internetauftritt von www.echt-nordstadt.de. Ergänzt wird das Interessentenfeld u.a. von Thilo Kortmann, einen weiteren, freien Mitarbeiter der „Ruhr Nachrichten“, sowie Jannis Gustke, der an der Ruhr-Universität für das „Autonome Referat für Menschen mit Behinderungen“ tätig und politisch u.a. bei den Naturfreunden engagiert ist, deren Berliner Ableger mit einer Kampagne „gegen Deutschland“ für Aufregung sorgte. Unter denjenigen, die von anderen Teilnehmern und Interessierten zur Veranstaltung eingeladen worden sind, bisher jedoch keine Entscheidung getroffen haben, ob sie erscheinen wollen, interessiert sind oder das Angebot abschlagen, finden sich zahlreiche bekannte Namen aus allen Bereichen lokalpolitischer Berichterstattung: Gerald Baars (Leiter des WDR-Studios in Dortmund), Kay Bandermann (Reporter des WDR-Studios in Dortmund), Felix Huesmann (unter anderem „Ruhrbarone“, „Vice“), Steffen Korthals (freier Journalist aus der Nordstadt), Jens Matheuszik (Betreiber des Internetmagazins „Pottblog“), Ulrike Märkel (ehemalige Ratsabgeordnete der Grünen), Dieter Menne (langjähriger Fotograf der „Ruhr Nachrichten“), Dirk Planert (Reporter des WDR-Studios Dortmund, ehemals Sprecher bei „Radio 91.2), Bastian Pütter (u.a. Chefredakteur des politischen Obdachlosenmagazins Bodo), Oliver Schaper (Fotojournalist, u. a. für die „Ruhr Nachrichten“) , Sebastian Sellhorst (Redakteur des politischen Obdachlosenmagazins Bodo), Rainer Spindler („Westfälische Rundschau“), Ralf Stoltze (stellv. Bürgermeister der westlichen Innenstadt, SPD), Oliver Volmerich (Autor der „Ruhr Nachrichten“) und Kay Voges (Intendant am Theater Dortmund).

Kontakte legen Verstrickungen der vermeintlich unabhängigen Presse offen

Das sogenannte „Vernetzungstreffen“ belegt anschaulich, welche Verbindungen zwischen den verschiedensten Vertretern von Politik, Medien und zivilgesellschaftlichen Institutionen bestehen. Nicht zufällig sind die Akteure sämtlicher Lokalmedien bestens untereinander vernetzt: Sie sind es, die als Systemmedien zum politischen Feindbild einer immer größeren Bevölkerungsgruppe geworden sind, die sich von den bisherigen Medienvertretern hintergangen fühlen. Daß ausgerechnet diese Journalistenclique untereinander „Netzwerktreffen“ durchführt, dürfte dabei für weitere Spekulationen sorgen – gut vorstellbar scheint, welche Realitätsverzerrung oder Stimmungsmache bei ein paar Kaltgetränken beschlossen wird und sich, scheinbar unauffällig, in den nächsten Wochen und Monaten in der täglichen journalistischen Berichterstattung niederschlägt.

Quelle: DortmundEcho

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