Mittlerweile macht sich die jahrzehntelange Sparpolitik der Stadtverwaltung in vielen Bereichen bemerkbar – um das städtische Haushaltsloch jährlich in einem erträglichen Rahmen zu halten, mußten schrittweise Leistungen gekürzt werden, hinzu kommt die Umbesetzung von Stellen im Rahmen der aktuellen Asylkrise. Leidtragender dieser Maßnahmen sind nicht nur Bürger, die bei der Bearbeitung von Anträgen und Anliegen oft Monate warten müssen, sondern aktuell jeder Kunde, der die Bürgerdienste im Stadthaus aufsuchen möchte, um beispielsweise einen Reisepaß zu beantragen oder sein Fahrzeug anzumelden. In einem Artikel, der die katastrophalen Zustände bei der Stadtverwaltung kaum deutlicher zum Ausdruck bringen könnte, berichten die „Ruhr Nachrichten“ über erste Bürger, die mit Schlafsack und Isomatte vor den Bürgerdiensten campieren, um überhaupt eine Wartemarke zu erhalten. Bereits um 6 Uhr warten demnach regelmäßig über 150 Personen vor dem Stadthaus, lange Schlangen bilden sich über den gesamten Friedensplatz – einem Mann wurde sogar empfohlen, bereits um 5 Uhr zu erscheinen, um zumindest eine reelle Chance zu haben, eine Wartemarke zu ergattern. Verschärft wird die momentane Situation durch den Beginn der Sommerferien, doch auch mittelfristig scheint kaum Entlastung in Sicht.

Neueinstellungen sollen Situation entschärfen

Gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ kündigte der neue Bürgerdienste-Leiter Manfred Kruse, der den unlängst geschaßten Peter Spaenhoff beerbte, eine Verbesserung der Situation an. Demnach seien Anfang Herbst 2016 etwa 15 neue Mitarbeiter eingearbeitet, hinzu kämen Anfang 2017 24 weitere, externe Mitarbeiter, die neu eingestellt werden sollen – Zahlen, die auf den ersten Blick positiv klingen, jedoch gerade ausreichen, den hohen Urlaubs- und Krankenstand der überlasteten Bürgerdienste zu kompensieren und im Falle einer neuerlichen Verschärfung der Asylkrise, durch die weitere Bürokräfte in die zuständigen Ausländerämter der Stadt beordert werden würden, wohl allenfalls eine geringfügige, kosmetische Verbesserung darstellen. Bezeichnend ist jedoch, daß die Bevölkerung den unhaltbaren Zustand überwiegend mit der geballten Faust in der Tasche erträgt, statt gegen die Schuldigen, die unsere Stadt ausplündern und systematisch zerstören, auf die Barrikaden zu gehen.

Quelle: DortmundEcho

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