Dortmunder Polizeipräsident Lange: Kriminalitätsangst der Bürger „in dieser Form nicht gerechtfertigt“

Dortmunder Polizeipräsident Lange: Kriminalitätsangst der Bürger „in dieser Form nicht gerechtfertigt“

Friede, Freude, Eierkuchen – dieses Bild wollte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange (SPD) beim Besuch seines Parteikollegen und Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier vermitteln, der auf seiner NRW-Rundreise auch der Westfalenmetropole einen Besuch abstattete. Nach den Schilderungen der Polizei lobte Steinmeier den Kriminalitätsrückgang, welcher in der jüngst veröffentlichten „Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)“ dargestellt wurde – ob er diese Zahlen, insbesondere im Hinblick auf eine hohe Dunkelziffer und ein verändertes Anzeigeverhalten bei ohnehin aussichtsloser Täterverfolgung – hinterfragt hat, darf bezweifelt werden. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange ist derweil stolz und legt noch eine umgangssprachliche Schüppe drauf: „Dortmund ist deutlich sicherer geworden. Man muß aber manchmal das Gefühl haben, daß das keiner so richtig hören möchte. Immer noch sprechen die Menschen von einer Kriminalitätsangst, die in dieser Form nicht immer gerechtfertigt ist.“ Vielleicht sollte Herr Lange einmal hinterfragen, warum sich die Menschen in Dortmund unsicher fühlen, unabhängig davon, ob es jährlich zehn Prozent registrierte Straftaten mehr oder weniger gibt. Aber zu einer solchen Selbstreflexion scheint Gregor Lange, ebenso wie beispielsweise sein Oberbürgermeisterkollege Ullrich Sierau, nicht fähig zu sein. Stattdessen wird dem Bürger vorgeworfen, warum er sich denn nicht endlich sicher fühlt – immerhin belegen die Statistiken, daß er sicher zu sein hat und diese Sicherheit niemals hinterfragen sollte…

Übrigens: Der Anstieg im Bereich der Drogenkriminalität wird wohl ebenso wenig dazu geeignet sein, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern, wie die stark gestiegene Zahl sexueller Übergriffe, die sich fast ausschließlich gegen Frauen richten. Aber solche Randdetails der Zeitgeschichte werden von den etablierten Politikern bei solch feierlichen Anlässen wie dem Empfang eines Bundespräsidenten eben ausgeblendet.

Quelle: DortmundEcho / DIE RECHTE – Kreisverband Dortmund

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