Jährlich findet auf dem freien Gelände der „Ev. Kirchengemeinde Dortmund-Nette“ an der Joachim-Neander-Straße ein linksgerichtetes Rockkonzert, genannt „Rock den Turm“, statt – genauso traditionell finden sich Nationalisten ein, um das Treiben mit Protesten zu begleiten oder zumindest zu beobachten. Auch am Samstag (18. Juni 2016) zeigte eine Gruppe von Aktivisten am Rande des Rockkonzertes, welches im Übrigen in der Vergangenheit zahlreiche Anwohnerbeschwerden wegen Lärmbelästigung hervorrief, Präsenz, was offenbar den anwesenden Vertretern der Staatsmacht übel aufstieß und diese zu einer willkürlichen Überreaktion verleitete.

Aktivist ohne erkennbaren Grund abgeführt

Nachdem Polizeibeamte zunächst die Personalien mehrerer Anwesender feststellten, wurde plötzlich eine Person ohne erkennbaren Grund abgeführt, anschließend wurden Handschellen angelegt und der Aktivist in das zentrale Polizeigewahrsam an der Markgrafenstraße verbracht. Erst in den frühen Morgenstunden wurde der Betroffene, dem nicht einmal der Grund seiner vorläufigen Festnahme mitgeteilt wurde, entlassen. Beobachter der Szenerie bewerten den Vorgang als Versuch eines übereifrigen Streifenpolizisten, „Härte gegen Rechts“ zu zeigen, zuvor soll es zu mehreren Drohungen durch den Beamten gekommen sein, der den später abgeführten für das frühere Verbreiten von Aufklebern verantwortlich gemacht haben soll und äußerte, „man werde ihn schon überführen“. Die willkürliche Festnahme soll offenbar ein Trostpflaster sein, ganz nach dem Motto: „Wenn es schon für das Aufkleberkleben keine Beweise gibt, kann vielleicht irgendetwas anderes angehangen werden“. Ein Verhalten, das die eingesetzten Beamten demaskiert und deutlich macht, daß die rechten Aktivitäten im Stadtteil Nette für die Herrschenden als durchaus störend wahrgenommen werden.

Quelle: DortmundEcho

Leave a Reply

Your email address will not be published.