Etwa 400 türkische Nationalisten, Anhänger des „Turan e.V.“, der durch den Verfassungsschutz beobachtet wird und von diesem „rassistisch-faschistisch“ geprägt eingestuft wird, demonstrierten am Sonntagnachmittag (15. Januar 2016) vom Hauptbahnhof über den Königswall bis in den Bereich Ostentor / Weißenburger Straße durch die Innenstadt.

Ein großes Polizeiaufgebot begleitete den Aufzug, doch Gegendemonstrationen blieben aus: Sowohl kurdische Linksextremisten aus dem Umfeld der Terrororganisation PKK, die nur allzu oft im fernen Deutschland auf die Straße gehen, um die Freilassung ihres Führers Abdullah Öcalan zu fordern, als auch ihre deutschen Genossen der „Antifa“ zogen es vor, dem Treiben aus der Ferne zuzusehen. Zwar herrschte im Vorfeld auf den üblichen Kanälen Empörung über die Veranstaltung türkischer Rechtsextremisten, doch offenbar hatten die Linken aus der Abteilung „Muttersöhnchen“ vor einer Konfrontation mit den türkischen Demonstranten Muffensausen.

„Nazis raus“ schreit es sich hinter Polizeiketten bekanntlich angenehm, wenn gegenüber deutsche Nationalisten stehen, bei denen ein Großaufgebot an Polizisten nur auf den kleinsten Anlaß für eine Kriminalisierung wartet – wenn jedoch türkische Nationalisten demonstrieren, deren Teilnehmern die deutschen Gesetze (nicht nur bei Demonstrationen) häufig egal sind, verkriecht sich der Durchschnittslinke wohl auf sein bequemes Sofa. Antifaschismus bleibt eben gefahrenfreier Schönwetteraktivismus.

Verbotene Gegenstände, störungsfreier Ablauf

Tatsächlich hatten sich einige Anhänger des „Turan e.V.“, welcher den „Grauen Wölfen“ nahesteht, offenbar auf Auseinandersetzungen mit Kurden und deutschen Antifaschisten vorbereitet: Wie die Polizei meldet, wurden bei Kontrollen unter anderem „Quarzsandhandschuhe, Schutzweste, Sturmhaube, Teleskopschlagstock, Baseballschläger, Schutzbrille sowie ein Elektroschocker“ aufgefunden und sichergestellt. Ansonsten sei der Aufzug jedoch ohne Störungen verlaufen, was wohl in erster Linie an der Abstinenz von Feindbildern der türkischen Nationalisten gelegen haben dürfte.

Auch, wenn das Anliegen der Demonstration – es wurde unter anderem eine klare Absage an den israelischen Staat als Brandstifter im Nahen Osten und mutmaßlicher Unterstützer der IS-Terrormiliz erteilt – als auch der Protest gegen PKK-Terror durchaus begrüßenswert ist, sind Demonstrationen ausländischer Gruppierungen auf deutschem Boden freilich nicht hinnehmbar: Wer sich für eine sichere Türkei einsetzen will, soll dies in seiner Heimat tun und nicht tausende Kilometer entfernt auf deutschen Straßen. Es ist dennoch amüsant, wie sich das linke Selbstverständnis angesichts von Demonstrationen der Türken-“Nazis“ selbst als Doppelmoral entlarvt.

Quelle: DortmundEcho

Bild: Symbolbild

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