„Zur Asylbehörde du da lang“ oder „Viele Leute vor dir, du warten“ – was wie eine Zerstückelung unserer Sprache klingt und leider bereits (dem Bildungssystem sei Dank) auch bei manchem Jugendlichen Einzug erhalten hat, soll zukünftig in Dortmund zur „offiziellen“ Sprache zählen.

Das Internetportal „Dortmund24“ berichtet über einen Vorstoß der Ratsfraktion von Linkspartei und Piraten, die zukünftig städtische Informationsflyer in „leichter Sprache“ halten wollen, die für jedermann äh jederfrau äh ja, auch ohne ausreichende Deutschkenntnisse, zu verstehen sei. „Wir möchten, daß die stadteigene Dortmund-Agentur zu einem Kompetenzzentrum für leichte Sprache ausgebaut wird“, zitiert die lokale Nachrichtenseite Piraten-Ratsfrau Nadja Reigl, die mit ihrer Aussage für eine gewisse Realsatire sorgt – von einem Kompetenzzentrum zu sprechen, wenn gleichzeitig jede sprachliche Kompetenz durch verunstaltete Sätze und die Zerschlag der deutschen Grammatik vorangetrieben wird, wirkt befremdlich.

Deutschunterricht als Alternative zur allgemeinen Verdummung

Statt zu versuchen, zukünftig „leichte Sprache“ auf dem Niveau eines Vorschülers für den allgemeinen Umgang zu normalisieren, wäre es eine Aufgabe der Politik, das Lernniveau in Deutschland zu heben und gerade in den Deutschklassen des Landes Abhilfe zu schaffen. Diejenigen, die zudem nach Deutschland kommen und sich ernsthaft mit der deutschen Sprache beschäftigen, sollten darüber hinaus gerade mit einer richtigen Ausdrucksweise konfrontiert werden, statt mit einem „Deutsch light“ abgespeist zu werden, bei dem die Qualifikation „Deutsch in Wort und Schrift“ zu einer Lachnummer verkommt.

Quelle: DortmundEcho

Bild: knipseline  / pixelio.de

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