Die zentrale Stelle zur „Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen“, die in Dortmund angesiedelt ist, hat erneut zwei greise Männer angeklagt. Den 92 bzw. 93-Jährigen aus dem Kreis Borken und Wuppertal wirft sie vor, Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen geleistet zu haben: Sie seien Teil der Wachmannschaft im östlich von Danzig gelegenen Konzentrationslager Stutthof gewesen und hätten Kenntnis von Tötungshandlungen an Insassen erlangt, aber dennoch ihren Dienst versehen.

Beide Angeklagte bestreiten jedoch, an Tötungsmaßnahmen beteiligt gewesen zu sein. Die Taten sollen im Zeitraum 1942 bis 1945 begangen worden sein – die beiden Angeklagten waren seinerzeit unter 21 Jahren, weshalb paradoxerweise das Jugendgericht (!) des zuständigen Landgerichts Münster über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden soll. Ganz unabhängig von der Frage, ob eine Verfolgung von Menschen, die vor mehr als 70 Jahren dienstlich eingesetzt worden waren und auf Befehl gehandelt haben, noch verhältnismäßig ist, dürfte es wahrlich ein verstörendes Bild abgeben, wenn die – bis zu einer Hauptverhandlung sicherlich Mitte 90-jährigen Männer – zu einer Jugendstrafe verurteilt werden.

Quelle: DortmundEcho

Bild: Michael Grabscheit / pixelio.de

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