Stück für Stück kommt die Wahrheit über die Ereignisse am Abend des 25. Mai in Dortmund an den Tag, richtiger: ans Licht der Öffentlichkeit. Die ersten knalligen Schlagzeilen der etablierten Medien paßten so wunderschön in das gewünschte Bild: Rathaussturm der Rechten. (Weckt Erinnerungen an den Rathaussturm der KPD 1973 in Bonn. Nur daß die KPD mit 800 statt mit 27 Mann aufgelaufen ist und wirklich militant war…) Flaschenwürfe und Pfefferspray gegen todesmutige, von einer mindestens blöden, wenn nicht böswilligen Polizei im Stich gelassene Vertreter der Zivilgesellschaft. Und so weiter und so fort. Könnte man eine Spätabend-Soap draus machen. Wegen Gewaltszenen FSK aber erst ab 16!

Inzwischen ab er liegt der Bericht des Innenministeriums vor, sogar öffentlich, weil er dem Landtag in Düsseldorf eingereicht worden ist. Und da finden wir ein paar Details, die informierten Menschen schon klar waren, die aber die hysterisch kreischende Presse einfach ausgeblendet hat.

Bezüglich der Wahlparty wurde seitens der Stadt deutlich gemacht, daß man im Falle eines Erscheinens vn Angehörigen der rechten Szene keinerlei rechtliche Handhabe sehe, diesen den Zutritt zu der öffentlichen Veranstaltung zu verwehren. Man wolle daher die „Situation“ ertragen und den Angehörigen der Partei DIE RECHTE keine größere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Diese Verhaltensweise wolle Frau Jäger mit allen Fraktionen vereinbaren.“ (Die besagte Frau Jäger ist offenbar die Justitiarin der Stadt Dortmund und die Unterzeichnerin von zwei Dutzend Hausverboten, die sich nun allerdings wohl erledigt haben dürften.)

Was man aus rechtlichen Gründen nun mal „ertragen“ muß (und das sogar, ohne daß es dafür Schmerzensgeld gibt, oder?), das wollten aber rund 100 teils vermeintlich gutmenschliche, teils militante Linke nicht „ertragen müssen“. Daß der Versuch, den Angehörigen und Sympathisanten unserer Partei den Zutritt zu verwehren, von vornherein Nötigung war, lag schon mal auf der Hand.

Allerdings zeigt der Bericht der Dortmunder Polizei, vom Innenministerium an das Landtagspräsidium übermittelt, noch weitere Peinlichkeiten.

Die ersten acht eintreffenden Beamten versuchten die Lage zu beruhigen, indem sie die Angehörigen von DIE RECHTE durch Ansprache bewegten, sich ein Stück weit zurückzuziehen, um die feindlichen Lager zu trennen. Eine nachvollziehbare und einsichtige Polizeitaktik, auf die die rechten Rathausbesucher auch kooperativ reagierten. Nicht kooperativ waren aber etliche Gutmenschen und Linksextremisten, die durch die Lücken in der zu dem Zeitpunkt noch schwachen Polizeikette immer wieder versuchten, auf die Besucher einzuschlagen und einzutreten. Was diese nachvollziehbarerweise nicht passiv hinnahmen. Aber wer da Streß gemacht hat, das war mindestens diesen acht ersteintreffenden Polizisten bewußt und spiegelt sich demzufolge in ihrem Bericht nieder.

Noch schön wurde es, als bis dahin nicht beteiligte weitere Politiker, Gutmenschen und sonstige Gestalten aus dem Rathaus herauskamen. Einige von ihnen waren erkennbar alkoholisiert und widersetzten sich notwendigen polizeilichen Maßnahmen oder behinderten diese.

Man hätte vielleicht lieber mit alkoholfreiem Bier feiern sollen statt mit DAB. (Dortmunder Aktien-Bräu.) Oder mußte man sich in diesen Kreisen zum Pöbeln erst einmal Mut ansaufen?

Nun sind natürlich alle möglichen etablierten Politiker, die sogenannte „Stadtgesellschaft von Dortmund“ (darf man sie eigentlich das „Kartell von Dortmund“ nennen, oder diffamiert man sie damit) höchst empört. Wie kann es sein, daß die ach so gewalttätigen Nazis sich kooperativ verhalten und friedenssichernde Maßnahmen der Polizei unterstützen, aber ihre Gegner genau das Gegenteil tun? Kann nicht sein! Verkehrte Welt! Muß man künftig gegen faschistische Tendenzen in den eigenen Reihen kämpfen?

Zunächst aber werden einige dieser selbsternannten Helden an einer anderen Front zu kämpfen haben. Gegen 40 von ihnen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Nötigung und Landfriedensbruch, dazu wegen einzelner Körperverletzungsdelikte. Um wenigstens den Anschein eines Gleichgewichts zu wahren, wird auch noch gegen fünf Personen aus dem politisch rechten Spektrum wegen Körperverletzung ermittelt. So wird beispielsweise die grüne Landtagsabgeordnete Daniela Schreckenberger, pardon, Schneckenberger, nicht müde, darauf hinzuweisen, daß sie geschlagen worden sei. Stimmt. Als sie ihrerseits als erste einen Funktionsträger der Partei DIE RECHTE schlug, mochte dieser sich einen solchen Übergriff nicht mit einem höflichen „Dankeschön“ gefallen lassen, sondern schlug zurück. Frau Schreckenberger, pardon, Schneckenberger hat wohl versäumt, die Bibel zu lesen: „Wer durch das Schwert lebt, wird durch das Schwert sterben.“ Wie gut, daß es bei Faustschlägen blieb; wären es Schwerthiebe gewesen, bräuchte der Düsseldorfer Landtag wohl einen Nachrücker für die Abgeordnete…

Für so manchen Angehörigen dieser „Stadtgesellschaft“ sicherlich eine höchst peinliche Situation: Erst schön hetzen und dann feststellen müssen, daß es die eigene Klientel war, die sich massiv daneben benommen und Rechtsbrüche begangen hat.

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