Man merkt, daß in Dortmund Wahlkampf ist, und man merkt, daß das politische Establishment nicht nur der Metropole mit ihren fast 600.000 Einwohnern, sondern darüber hinaus weitere Kreise in Nordrhein-Westfalen ein wenig Panik vor dem Einzug von DIE RECHTE in den Stadtrat von Dortmund haben. Begünstigt wurde die Panik offenbar durch eine Meinungsumfrage im Auftrag der Zeitung DER WESTEN, bei der DIE RECHTE vor Ort gleichauf mit der „Alternative für Deutschland“ (AfD) lag, nämlich bei 1,75 Prozent. Was bei einer Wahl, für die es keine 5-Prozent-Hürde gibt, zu zwei Stadtratsmandaten führen würde.

Um dagegen anzuarbeiten, gab es nun eine Fachtagung im Rathaus mit dem schönen Titel „UnRECHTSbewußtsein“. Maßgebliche Gestalterin: Frau Professor Dr. Beate Küpper, Fachhochschule Niederrhein. (Auch, nur ’ne Fachhochschule und keine richtige? Ob man der Dame zu nahetritt, wenn man sie als eine Art Schmalspurprofessorin bezeichnet? Naja, vielleicht hat sie früher mal an einer ordentlichen Uni habilitiert; wir sind da mit dem universitären Betrieb nicht so wirklich vertraut.) Immerhin ist Frau Professor zu laienverständlichem Vortrag imstande: Sie verglich Fremdenfeindlichkeit in Deutschland mit einem Eisberg. Fühl- und sichtbar seien Rechtspopulisten und „Haß-Kriminelle“ (schönes Wort, echt Soziologen-Sprech), sozusagen die Spitze des Eisberges; aber darunter seien noch zwei Schichten, nämlich Rechtspopulisten und Medien einerseits und noch weiter darunter die breite Bevölkerung.

Nun kommt aber eine typische Eigenschaft vieler Wissenschaftler. In der Erhebung von Daten sind sie gnadenlos gründlich. Was aber die Auswertung betrifft, so kommen sie bisweilen zu Schlußfolgerungen, die man nur schwerlich nachvollziehen kann. So also auch in diesem Fall. (Womit Frau Professor sich als wahre Wissenschaftlerin erwiesen hat; wie bedauern ausdrücklich, jemals auch nur daran gedacht zu haben, sie könnte eine Schmalspurproffessorin sein….)

Da meint sie nach einem Bericht der Netz-Ausgabe der WAZ nämlich: „Prof. Dr. Beate Küpper erkennt in Dortmund die Chance, dass die Partei „Die Rechte“, die aus dem 2012 verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund (NWDO) hervor gegangen ist, den Einzug in der Rat der Stadt bei den Kommunalwahlen im Mai 2014 verpasst, weil sie nicht tief genug in der Dortmunder Wählerschaft verwurzelt ist.“

Ja, bitte, was denn nun – die Eisberg-Theorie mit starker Verwurzelung unter der Wasseroberfläche, oder nicht tief genug verwurzelt, um auch nur ein Prozent Wählerstimmen auf sich zu vereinigen? – Irgendwie ganz schön widersprüchlich, die Frau Professor. – Abgesehen davon, daß sie in einem Satz gleich zweimal irrt, weil DIE RECHTE nämlich nicht aus dem NWDO hervorgegangen ist.

Irren ist halt nicht nur menschlich, sondern oftmals auch professoral.

 

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